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VERLEIHUNGSURKUNDE ZUM EISERNEN KREUZ 2. KLASSE AN EINEN ANGEHÖRIGEN DER DIVISION HERMANN GÖRING

VERLEIHUNGSBESTIMMUNGEN: UM DIE TAPFERKEIT ODER HERAUSRAGENDE TATEN GEGENUEBER DEM FEIND VON SOLDATEN BZW: ANGEHÖRIGEN VERSCHIEDENER ORGANISATIONEN AN DER FRONT ODER IM HEIMATKRIEGSGEBIET WÜRDIGEN ZU KÖNNEN WURDE AM 18. OKTOBER 1939 DAS EISERNE KREUZ NEU GESTIFTET. FOLGENDE KLASSEN WURDEN DABEI VERLIEHEN: DAS GROßKREUZ DES EISERNEN KREUZES, DAS RITTERKREUZ ZUM EISERNEN KREUZ, DIE 1. UND DIE 2. KLASSE.

BELIEHENER: HANS GEORG

RANG: UNTEROFFIZIER

EINHEIT: 11./ GRENADIER RGT. HERMANN GÖRING

VERLEIHUNGSDATUM: 25. APRIL 1943

UNTERSCHRIFT: GENERALMAJOR SCHMID

STEMPEL: DIVISION HERMANN GÖRING

HISTORISCHER HINTERGRUND:

Im November 1942 landeten die Amerikaner und Briten in Algerien ("Unternehmen Torch"), um ein Entkommen der auf dem Rückzug befindlichen deutschen und italienischen Divisionen aus Afrika zu verhindern. Zu den von der deutschen Führung schnell zusammengerafften Truppen, die Rommels Rückzugsweg über Tunesien offenhalten sollten, gehörten auch Teile der noch im Aufbau befindlichen Division HG. Noch im November 1942 wurde als erster Truppenteil das Fallschirm-Jäger-Regiment 5 (vormals Sturm-Regiment Koch), das als Jäger-Regiment HG in die Division HG eingegliedert wurde, nach Tunesien auf dem Luftwege überführt. Im Januar 1943 folgten dann Teile des Flak-Regiments HG und Wochen später weitere Verbände, jeweils so, wie ihre Aufstellung beendet war. Sie wurden meist im Lufttransport mit Ju 52 und Me 323 Gigant von Neapel oder Trapani/Sizilien aus, sonst aber mit Schiffen, mit denen übrigens alle schweren Waffen und das Gerät transportiert wurden, nach Tunis gebracht und in Afrika von Oberst (ab März 1943 Generalmajor) Schmid, zunächst als "Kampfgruppe Schmid", später unter der Bezeichnung "Division HG" geführt.

Die Kämpfe unter ungewohnten klimatischen Einflüssen und gegen einen mit damals noch unvorstellbaren Materialmengen ausgestatteten Gegner, vor allem mit Panzern, waren hart und verlustreich. Die HG-Verbände kämpften, in der ersten Zeit noch wechselnd anderen Divisionen zugeteilt, später geschlossen als Division eingesetzt, in den Räumen Kairouan, Goubellat, Medjez el Bab, Pont du Fahs, Zaghouan und Tunis. Der Wehrmachtbericht vom 26. April 1943 meldete, dass sich die Division HG mit ihren Nachbartruppenteilen, am Brennpunkt der Kämpfe an der tunesischen Westfront eingesetzt, "durch vorbildlichen Kampfgeist und unerschrockene Tapferkeit besonders ausgezeichnet und die Hoffnung des Feindes auf einen Durchbruch zunichte gemacht hat." Aber alle Tapferkeit nutzte nichts. Schließlich mussten die Truppen der Heeresgruppe Afrika am 12. Mai 1942 der Übermacht weichen und die Waffen strecken. Nur ganz wenigen Soldaten der Division HG gelang es, in einer abenteuerlichen und äußerst gefährlichen Fahrt mit kleinen Booten nach Sizilien zu entkommen. Unter den 130.000 deutsche Soldaten, die die Alliierten "in den zugeschnürten Sack eingesammelt" hatten, waren fast alle Überlebende der Division HG an der Tunesienfront. Besonders nachteilig für die spätere Neuaufstellung der Division war, daß sich unter den in Gefangenschaft geratenen oder gefallenen Soldaten der alte Stamm befand, vor allem auch die hervorragend ausgebildeten und kampferfahrenen Unteroffiziere, die dann besonders fehlten.

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