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General der PzTr Ludwig Crüwell

In Dortmund am 20. März 1892 als Sohn eines Ver¬lagsbuchhändlers geboren, studierte Ludwig Crüwell nach dem Abitur am Humanistischen Gymnasium Rechtswissenschaft und Nationalökonomie in Grenoble und München, ehe er 1911 als Fahnenjunker in das Dragoner-Rgt König Carl I. von Rumänien (1. Han¬nov) Nr. 9 in Metz eintrat. In diesem Rgt nahm er, zuletzt als RgtAdju und OLt, am Weltkrieg teil, bis er bei ver¬schiedenen Stäben seine Generalstabsausbildung er¬hielt. Schon im Bewegungskrieg 1914 als Patrouillen¬führer im Westen bewährt, nahm er als OrdOffz im Osten an den Schlachten bei Kutno und Lodz wie am Durchbruch von Brzeziny teil. Er ritt mit der kleineren der beiden Abteilungen, die versuchen wollten, das Hauptquartier des russ OB, Großfürst Nikolajewitsch, auszuheben,
was leider misslang. Aber er konnte eine besonders wichtige Meldung über die Ausladung sibirischer Truppen in Skiernewicze zurückbringen.
Nach dem Kriege tat er — seit Mai 22 Rttm – im R.W.M. Dienst. Nach beendeter Generalstabsausbildung gehörte er dem Stab der 2. KavDiv in Breslau an, war 1928/31 Eskadron-Chef im RR 12 (Großenhain) und kam dann als Generalstabsoffizier zum WKK VI nach Münster. 1937 ging Oberst Crüwell als Kdr der PzAbwTr nach Stuttgart, wurde 1938 Kdr des PzRgt 6 in Neuruppin und 1939 Abteilungschef im Generalstab des Heeres. Bei Kriegsausbruch zunächst zur Verfügung des OBH, nahm er als Oberquartiermeister der 16. Armee am Westfeldzug teil. Der 1.8.40 brachte ihm die Ernennung zum Kdr der 11. PD, die er neu aufstellte. Ihre erste große Bewährungsprobe bestand sie im Feldzug gegen Jugoslawien, vom Durch¬bruch durch die Grenzbefestigungen im Risavatal über die Einnahme von Nisch bis zur Eroberung von Belgrad. GenMaj Crüwell, bei diesen Erfolgen der 11. PD selbst durch persönliche Tapferkeit und alle Hindernisse überwindende Tatkraft hervorgetreten, erhielt das Ritterkreuz. Das Eichenlaub wurde ihm bereits fünf Wochen nach Beginn des Kampfes gegen die SU nach neuen großen, unter seiner Führung errungenen Erfolgen als erstem DivKdr des Heeres verliehen. Eine weitere Auszeichnung bedeutete die Ernennung zum KG des Afrikakorps anstelle Rommels, der den Befehl über die „Panzer¬gruppe Afrika" übernahm. Wenige Monate später erfolgte die Beförderung zum Gen der PzTr. Besondere Anerkennung wurde ihm in den wech¬selvollen Kämpfen der Panzerschlacht am Totensonntag 1941 wie in der Schlacht im Raum Agedabia zuteil. Während des Kampfes um Tobruk im Mai 42, in dem Gen Crüwell mehrere ital Div’en befehligte, geriet er bei einem Frontflug mit dem „Storch" infolge „Verfranzens" seines Flugzeugführers in engl Gefangenschaft, aus der er erst 1947 zurückkehrte. Der Ausfall dieses erfahrenen Führers bedeutete einen großen Verlust für die Kriegführung in Afrika. Seit Gründung des Verbandes ehem Angehöriger des DAK (1951) stand er an dessen Spitze, auch hier richtung¬weisend in der Fortführung anerkannter Tradition wie in der Fürsorge für seine „alten Afrikaner" und die Hinterbliebenen ihrer Gefallenen (Rommel-Sozialwerk). Am 25.9.58 setzte der Tod seinem Wirken ein Ende.