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Erinnerungen des Hauptmann Rohr (Füher der 1. Abteilung der Pz.Rgt. 05 mit 50 Panzer) an das Unternehmen Frühlingswind im Februar 1943 und an die Kämpfe im März 1943

Wir umfuhren gerade einen Hügel von Süden her, auf dem noch der Ami saß, als urplötzlich im Westen große Staubwolken erkennbar wurden. Es war eine amerikanische Panzerdivision, die etwas zu spät auf dem Gefechtsfeld erschien. Meine Panzer standen wie an einer Leine gezogen neben mir. Hinter uns die Sonne und der Berg mit den Amerikanern. Ich gab durch Funk den besten Befehl meines Lebens: "Nicht schießen, keine Bewegung mehr, nur ich gebe Feuer frei!" Die Amerikaner konnten unsere Panzer gegen die Sonne nicht erkennen. Es wurde eine Katastrophe für den Feind, als ich das Feuer auf 500 Meter freigab. 78 Panzer fielen uns zum Opfer. Wir tankten auf und ergänzten unsere Munitionsvorräte. Da erschien Rommel. Im Schatten des Panzers erklärte er uns seinen Plan: "Sofort nachstoßen und dann Durchmarsch bis nach Algerien!"

Ende März 1943 entstand in dem bergigen Vorland des Atlasgebirges bei El Guettar eine kritische Situation. Die 21. Panzerdivision übergab mir das Kommando über die Reste des Panzerregiments 5. Ich sollte die Lage bei El Guettar stabilisieren. Alles schien dort verloren. Also fuhr ich mit meinen Panzern einfach nach Karte dorthin und wurde mit großem Jubel begrüßt. Die Amis wagten nach unserem Erscheinen keinen Vorstoß mehr. Aber sie schossen Dauerfeuer aus allen Rohren. Nach 8 Tagen schickte mir Kesselring einen Funkspruch: "Ausspreche Anerkennung für tapferes Verhalten." Was wir nicht wußten: Engländer und Amerikaner wollten sich an dieser Stelle vereinen. Die Amerikaner von vorne aus dem Westen. Die Engländer aus dem Süden hinter uns. Das hatten wir verhindert, bis der letzte deutsche Soldat aus dem Süden in Sicherheit war.

Quelle: Bernd Hartmann - Die Geschichte des Panzerregiment 05