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Bericht des Dr. Kurt Wolff, Leutnant im Stab der I. Abteilung des Panzerregiments 5, über den Kampf um die Festung Tobruk am 23. Juni 1942

Vor unseren Augen ist die Wüste, gelb, flimmernd, unabsehbar, und unsere Panzerkanonen zeigen wieder nach Osten. Nicht weit von uns steht der Drahtzaun der ägyptischen Grenze, den wir morgen durchfahren werden. Jeder Tag ist eine neue Offenbarung. Meine Männer liegen unter dem Panzer und schlafen. Zwei lange schwere Nachtmärsche haben wir hinter uns gebracht und meine Augen brennen vom Staub, den die Ketten aufwirbelten.
Aber nie werde ich den 19. Juni 1942 vergessen, den Vorabend, nie den 20., den Tag, da wir am späten Nachmittag in Tobruk einbrachen und, während die Sonne rot im Westen unterging, flüchtende englische Schiffe versenkten. Dies war eine Schlacht gewesen, von der wir nicht einmal zu träumen gewagt hatten.
Am Nachmittag des 19. fuhr unser Kommandeur mit dem General bis an das Vorgelände der Festung. Viel zu erkunden gab es nicht, die Wüste ist ohne Haltepunkte; aber die Angriffsstreifen wurden festgelegt, die Bereitstellungsräume verteilt, nebenher durch dieses und jenes Wort die Magie des kommenden Tages beschworen. Als nachher der Panzerführer seine Offiziere vor der großen englischen Tobrukkarte zusammenrief und im letzten Abenddämmern - in Belgrad sang gerade die Lilli-Marleen ihr trauriges Lied - mit wenigen dürren Worten die Lage und die Absicht, Tobruk zu nehmen, darlegte, da hatte keiner eine Frage mehr.
Wir schrieben am gleichen Abend des 19. noch einen Brief nach Deutschland. In der Frühe des 20. gegen 02.00 Uhr begannen die Schützen unter dem Schutze aufgefahrener Batterien das Vorgelände zu nehmen. Sie kamen schneller vorwärts, als angenommen war, wenn auch nur Schritt für Schritt. Als sie den ersten breiten Panzergraben, den die Engländer in einem Umkreis von 12 km ausgehoben hatten, erreichten, war gerade die Sonne im Aufgehen begriffen.
In diesem Augenblick gingen die Pioniere vor. Auch das schwere Artilleriefeuer aus den Betonbunkern der Stützpunkte vor der Festung konnte die Männer nicht abhalten, die Drahthindernisse zu beseitigen, die Böschungen des Grabens mit schweren Sprengladungen einzureißen und so den Panzern den Weg zu bahnen. Wenig später marschierten wir durch die breiten englischen Minenfelder und über den Graben und brachen in die eigentliche Befestigungszone ein.
Welch ein Bild, als nun die Panzer, hinter sich die strahlend aufgehende Sonne, in langer Reihe vorzogen, um sich allmählich breit zu machen! Das Geknatter der Maschinengewehre hallte über das Gefechtsfeld, rechts ging die Flak in Stellung, links hinter uns marschierten die leichten Feldhaubitzen auf, die Panzerkanonen donnerten.
Ich hätte eines fast vergessen: Den Augenblick, als über uns die deutschen Stukas erschienen. Während die Pioniere die Minensperren beseitigten und die Schützen weiter vorgingen, stürzten plötzlich flirrend die grauen Vögel aus ihrer blauen Höhe hernieder und wir erkannten, oben auf den Kuppeln unserer Kampfwagen stehend, wie die Bomben ein Festungswerk nach dem anderen zermalmten. Wenige sind diesem Chaos, das über sie hereinbrach, entronnen. Als der Stuka-Angriff vorbei war, da war der Bann längst gebrochen und der Panzerkommandeur hatte den Angriffsbefehl gegeben. So überwanden wir den ersten Teil der Festung und standen schneller, als wir es je für möglich gehalten, vor dem zweiten Panzergraben. Noch unter dem Eindruck des Angriffs der deutschen Flieger hatten unsere Kompanien Batterie- und Pakstellungen überrannt, mehrere unsere Flanke bedrohende schwere englische Panzer abgeschossen, die hell brennend den nachfolgenden Schützen der Weg unseres Angriffes wiesen.
Schließlich sammelten bereits die hinter unserer ersten Linie fahrenden kleineren Kampfwagen die Gefangenen, die mit stumpfen leeren Augen erzählten, welcher Hölle sie eben entronnen.
Der zweite Panzergraben konnte an mehreren Stellen ohne größere Vorarbeiten der Pioniere überschritten werden. So schnell wurde der Angriff der Division vom General vorgetrieben, dass die uns folgenden Batterien, kaum dass sie einen kurzen Feuerschlag auf die unseren Weg sperrenden Feindbatterien abgegeben hatten, schon wieder aufprotzen und vorfahren mussten. Offen und ungedeckt jagten die schweren Flak-Geschütze, die Pak-Züge und die Artillerie hinter uns her, keiner dachte mehr an verdeckte Stellungen, jeder dachte nur: Vorne bleiben! Der Geist des Angriffes hatte jeden einzelnen so gepackt, und der hohe Name Tobruk ließ die Herzen so sehr alles andere, auch das Leben, vergessen, dass der Angriff schon mehr einem Sturm als einer nach wohlüberlegtem Plan geführten Schlacht gegen eine Festung glich. Vor meinem Auge ist noch immer der Oberleutnant der uns nachfolgenden schweren Kanonenbatterie, wie er oben auf seiner Zugmaschine stand und ungeachtet der hackenden englischen Maschinengewehre das Feuer seiner Geschütze auf die feindlichen Bunker lenkte. Als ich einmal zu ihm fuhr und seine Feuerunterstützung für eine besonders schwere englische Stellung anforderte, fuhren er und seine Batterie mit mir nach vorn bis in die erste Panzerlinie und schossen so wunderbar, so aufregend gut, dass es die links fahrenden beiden Panzerkompanien nicht mehr hielt und auch dieses letzte große entscheidende Werk im Handstreich genommen wurde.
Die Wüste bei Tobruk gehört zu den trostlosesten Teilen Libyens. Die Sonne brannte und die Männer saßen schweißnass im Panzer, verstaubt, verdreckt, schmierig, nur die Augen waren hell in den Gesichtern. Keiner begriff dies alles so recht, war dies der Anfang? War dies schon die erste Entscheidung?
Einige wenige wussten, dass wir uns jetzt in dem Raum befanden, den wir im Laufe des ersten Angriffstages erreichen sollten. Fast keiner jedoch wusste, wie sehr die harten Kämpfe der vergangenen Wochen die englischen Divisionen zerrüttet hatten. Endlich ernteten wir, und gerade in der alles entscheidenden Schlacht, die Frucht der gewesenen, schweren Tage.
Es war noch nicht Mittag, als vor uns das weiße Band der Via Balbia aufleuchtete. Erstaunt und erschüttert zugleich sahen die Panzermänner diese fast sagenhafte Straße, die uns mitten hinein in das Ziel führen sollte. Ganz gleich welche Entfernung der Kilometerstein noch anzeigte, ganz gleich was noch kommen würde, da wir einmal diese Straße erreicht hatten, musste das Kommende nahe sein.
Die Schlacht nahm ihren Fortgang. Die Panzer kamen zunächst nicht weiter vor, da von den Flanken her Pakfeuer den Vormarsch sperrte. So schnell war alles gegangen, dass der Kommandeur jetzt seinen Kompanien Einhalt gebieten und erst abwarten musste, bis alle Kräfte eingetroffen waren, auf deren Zusammenarbeit allein der Erfolg eines solchen umfassenden Unternehmens beruht. Die Kommandeure der Artillerieabteilungen kamen mit ihren Beobachtern nach vorn, die Chefs der unterstellten Flak-Batterien wurden eingewiesen, zuletzt an den Flügeln Pak-Geschütze aufgebaut. Ich hatte es noch nie erlebt, dass eine so vom Zufall abhängige Sache wie der Krieg so sehr sich dem Befehl eines einzelnen fügte.
Minen lagen vor der Straße, sie wurden rechts umgangen. Feindliche Batterien standen hinter einem Höhenzug jenseits der Via. Sie wurden niedergekämpft. Als links vorn einige feindlichen Panzer auftauchten, zog unsere schwere Kompanie, die ein wenig zurück in Reserve stand, nach vorn und trieb sie, nachdem einige in Flammen aufgegangen waren, zurück und nach Westen. Gewiß, über eine Stunde dauerte das Gefecht, aber man verliert im Kriege das Zeitmaß. Als die Sonne am höchsten stand, rollten die Panzer auf der berühmten libyschen Straße wummernd nach Nordwesten dem so lang ersehnten Ziel entgegen.
Vorn war der General. Seine Stimme war im Laufe dieses Tages heiser und brüchig geworden, soviel war auf ihn eingestürmt, soviel hatte er befehlen müssen. Wenn ringsum Granaten bersten und Panzermotoren heulen, muss einer schon schreien, wenn er verstanden sein will. Dieser ganze Vormarsch war so weit kaum geplant gewesen, nun musste von Meter zu Meter fast jede Bewegung neu bestimmt und befohlen werden.
Links und rechts säumten noch immer Minenfelder die Straße. Bis nach rechts sich die weite Hochfläche des Flugplatzes von Tobruk auftat und die Panzerabteilung auf dieses neue entscheidende Ziel angesetzt wurde. Das war ein großes Feld.
Aber unser Auge wurde immer neu überrascht. Vor den Höhen des Flugplatzes tat sich eine weite Mulde auf, in der unübersehbare Mengen von Fahrzeugen standen. Der Feind schien überrascht zu sein. Unmöglich hatte er ahnen können, dass die deutschen Panzer bis auf diese Höhe vorrücken würden. Zwar warf irgend ein britischer Kommandeur im verzweifelten Gegenstoß einige Panzer gegen unseren linken Flügel, ihm mochte das Geschick unbegreiflich erscheinen, aber nachdem die 2. Kompanie vier abgeschossen hatte, zogen sie sich wieder weit zurück. In der Mulde hatten die Engländer indessen die Tausende von Fahrzeugen in Brand gesteckt, eine riesige Rauchwolke lagerte schwarz unter dem blauen Mittelmeerhimmel.
Die Kanonenbatterie war schneidig bis an die Straße vorgegangen. Der Beobachter stand auf einem der hohen englischen Beobachtungstürme, die zwei Stunden vorher den Briten noch gedient hatten, und lenkte das Feuer seiner Geschütze mitten unter den riesigen Fahrzeugpulk. Selten wieder habe ich Artillerie so sicher mitten im feindlichen Feuer schießen sehen!
Die Panzer stießen jetzt weiter auf Tobruk vor. Viele schmale, nur schwer durchschreitbare Wadis taten sich hemmend vor uns auf, aber die Kompanieführer handelten fast ohne Befehle. Zuweilen war die ganze Abteilung versprengt, kaum bestand noch unter den Zügen Verbindung, aber nach wenigen Minuten fuhr sie bereits in breiter Formation und aufgeschlossen den Angriff weiter. Die Feindpanzer hingegen zogen sich immer weiter zurück. Wir waren schon mitten unter den ersten englischen Trossfahrzeugen, die zerschossen oder verbrannt herumstanden, keiner zählte die Fahrzeuge, keiner die liegengebliebenen Geschütze, keiner die Gefangenen. Nur vor mussten die Panzer. Die Verwirrung des Feindes war unser Erfolg.
Langsam gewannen wir die Höhen des Flugplatzes. Da fasste der Feind seine letzten Artilleriekräfte noch einmal zusammen und versuchte, in einem letzten Feuerüberfall den Vormarsch zu zerschlagen. Die grellen Mündungsfeuer der Batterien bildeten eine fast unabsehbare Front. Hiergegen noch einmal anrennen?
Die eigenen Batterien halfen uns, ohne einen Befehl erhalten zu haben. Besonders die schwere Kanonenbatterie griff wieder entscheidend ein. Sie hatte vor wenigen Minuten neue Munition bekommen und feuerte jetzt, noch während die Munitionswagen abluden, als wenn die Kanoniere vom Teufel besessen wären. Als bald auch die anderen Waffen sich eingeschossen hatten und das Feuer immer mehr sich vereinigte, mochte der Gegner die Zwecklosigkeit seines Beginnens einsehen und ergriff soweit seine Geschütze und Protzen nicht zerstört waren, zum letzten Mal die Flucht. Gegen 14 Uhr mag es gewesen sein, als die Panzer im breiten Kampfkeil über die Hochfläche des Flugplatzes rollten und der Kommandeur die Erfüllung des Befehls seinem General meldete.
Endlich blieb uns jetzt eine Stunde Zeit. Welch ein Atemholen! Ringsum brannten die englischen Fahrzeuge und sammelten sich die Gefangenen.
Die Panzersoldaten hatten jedoch längst entdeckt, dass sie eben an einem großen Verpflegungslager vorbeigefahren waren, und der Befehl, eine halbe Stunde zu rasten, genügte, um die Panzer für viele Tage mit allen nur erdenklichen Verpflegungsvorräten zu versorgen. Birnen aus Australien gab es da, Aprikosen, Pfirsiche und Ananas aus Kalifornien, Zigaretten aus Ägypten, Schokolade aus England, Milch, Bier, Schinken und schließlich Berge von Corned beef. Wir werden 14 Tage aus diesen Kisten leben. Lagerleben mitten im Feind. Der Panzer, der neben mir fuhr, hatte ein Grammophon entdeckt und spielte englische Schlagermelodien. Entspannt und lächelnd saßen die Männer um das kleine Gerät herum und rauchten virginische Zigaretten.
Wenig später kam wieder der General. Lagebesprechung. Karten wurden ausgebreitet, Melder fuhren nach allen Seiten. Die Panzer indessen machten sich wieder gefechtsbereit. Danach ließ mich mein Kommandeur rufen und gab mir den letzten Erkundungsauftrag dieses Tages. Wo liegt Tobruk? Wie weit und so steht noch Feind? Mein Panzer rollte schon langsam vor, vorbei an zwei großen brennenden Flugzeughallen, während ich noch die Karte zusammenfaltete.
Als ich dann die Höhe angefahren hatte und, oben auf der Kuppe stehend, in die vor mir liegende Tiefebene sah, war ich erschüttert. Und viele noch mögen die gleiche Erschütterung empfunden haben, als ich jetzt der hinter mir harrenden Abteilung die Meldung durch den Funk gab: Vor mir, Entfernung 3000, Stadt und Hafen von Tobruk!
Ein langes, halbes Jahr hatten die Streitkräfte der Achse vor Tobruk gelegen. Immer wieder waren sie vergeblich gegen dieses Bollwerk angerannt. Lachend konnte der Gegner aus seinen uneinnehmbaren Stellungen die Angriffe abweisen. Kein deutscher Soldat hatte je mehr als den Namen von dieser Stadt gehört. Als erstem tat sie sich nun wie eine weiße flimmernde Fata Morgana vor mir auf, und die Augen konnten einem wohl übergehen und das Herz wohl eine Weile aussetzen, wenn man das vergangene Jahr und nun diesen Tag überdachte.
Es gab kein Aufhalten mehr. Die Kräfte der Division wurden geordnet, der General rief seine Befehle, die Panzer rollten wieder an.
Es gibt eine Straße, die von Süden her zur Stadt führt. Auf ihr wurde gleich zu Beginn einer unserer Panzer abgeschossen. Aber links davon umfassten wir nun die eigentliche Stadt im weiten Bogen, und über Täler und Höhen hinweg rollte die Abteilung von Westen her rasselnd gegen die Stadt an. Es gab Pak-Stellungen und Batterien auf diesem Angriffsweg, die niedergerannt wurden. Vom Meer her griffen Küstenbatterien und Schiffsgeschütze ein, fast verwirrte uns das Ausmaß des feindlichen Feuers, aber je weiter wir vorrückten, desto mehr konnte die eigene Artillerie wirken und desto mehr erlag auch der Feind der Wucht unseres Angriffs. Fünf Kilometer mochte der Bogen, den wir schlugen, betragen, dann standen wir leuchtenden Auges an den ersten Häusern Tobruks und fuhren feuernd in die Stadt ein.
Es ist der Leutnant P. gewesen, dem das Glück die Rolle, als erster in Tobruk einzufahren, zuerteilte. Ein Straßenhindernis musste noch beseitigt werden, dann rollten seine drei Panzer schon die Hafenstraße entlang, um bis zur Ausfahrt vorzudringen. Hinter ihm fuhren der Kommandeur und die ganze Abteilung.
Tobruk, Tobruk! Wie einstmals bei Abbeville kam jetzt nach all dem Wunderbaren dieses Tages ein Abschluss, der die Schlacht mit brennenden Feuern krönte. Reste der Besatzung der Festung waren auf im Hafen liegende Schiffe geflüchtet und versuchten jetzt zu entkommen. Sie hatten nicht mit den deutschen Panzern gerechnet. Kaum dass der Blick frei wurde, griffen die Panzerkanonen bellend die englischen Schiffe an. Und während noch die hinteren Panzer langsam vorstießen, um Anschluss zu gewinnen, brannten vorn bereits die ersten beiden Transporter. Ein Kanonenboot versank in den Fluten; als schließlich alle Rohre der Panzer auf den Hafen gerichtet waren und von der anderen Seite her schwere Flak-Geschütze, die direkt auf den Hafen vorgestoßen waren, das Feuer eröffneten, da gelang es nur noch wenigen Schiffen im dichten Nebel, den sie geschossen, auf das freie Meer zu entkommen. Die Feuer von sechs Schiffen leuchteten in der Dämmerung, die allmählich heraufzog. Der hintere Teil des Hafens, wo ein Tanker in Brand geschossen war, war eine einzige große brennende Fläche. Wenig später sammelte die Abteilung auf einem freien Platz der Stadt.
Die Schützen waren nachgezogen, Panzerjäger durchfuhren sichernd die Straßen, vor der Mussolini-Schule hatte der General sein Quartier aufgeschlagen und gab die letzen Anordnungen für die Sicherung der Nacht.
Welch eine Nacht! Unser Kommandeur hatte an diesem Tage Geburtstag. Jetzt versammelten wir uns um den Befehlspanzer und tranken im Scheine der unzähligen Feuer schottischen Whisky. Links von uns brannte ein riesiges Öllager, das die Engländer selber angesteckt hatten, das rote Licht stand flackernd in unseren Gesichtern, die staubig und verölt waren. Nur die Augen leuchteten heller noch.
Welch eine Nacht! Und welch ein Tag! Tobruk, um das das Deutsche Afrikakorps so hart gerungen, endlich in unserer Hand! Ringsum Feuer, brennende Panzer, brennende Schiffe, aber mitten darin die Wagenburg einer deutschen Panzerabteilung, die sich die höchste Ehre verdient hat.
Einer erzählte vom vergangenen Jahr. Tote standen neben uns. Bleich, aber dennoch lebendig. Wer wollte an einem solchen Tag Trauer empfinden? Wir hatten eine Schlacht geschlagen, nun war der Sieg in unserer Hand.
Jeder dachte an seine Heimat. Wir waren so fern, aber die Sehnsucht verband uns inniger als die Wirklichkeit. Später kam der Mond herauf. Der Himmel wurde immer höher. Wir sangen in unserem Herzen ein Lied vom Vaterland.

Quelle: Bernd Hartmann - Die Geschichte des Panzerregiment 05