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Tagebuchauszug des Flakoffiziers Helmuth K. über die italienischen Verbündeten

Nun ein Wort über unsere Bundesgenossen, die Italiener. Man hört hier herum so allerhand durch den bereits sprichwörtlichen afrikanischen Küstenklatsch - aber beileibe nichts Erfreuliches. EInige Beispiele:

Ihre sämtlichen Überland-LKW´s hierzulande sind mit Fliegerabwehr-MG ausgerüstet. Obwohl erfahrungsgemäß bei Beschuss von Kolonnen der Tommy durch das geringste Abwehrfeuer zum Abdrehen veranlasst wird, gehen die wackeren ital. Soldaten mit dem Fahrer im Straßengraben in Deckung. Die "schützenden" Zerstörer der vielgerühmten Geleitzüge verschwinden ins Weite, sowie ein englisches U-Boot auftaucht. Nach Beendigung des Angriffs kommen sie angebraust und nehmen die Überlebenden an Bord. Die ital. Sperre fliegenden Jäger vor den Häfen Afrikas landen schon einmal bei sich nähernden feindlichen Flugzeugen. Zwei deutsche Jäger flogen mit 2 italienischen Jägern, als ihnen 8 Hurricanes begegneten. Die deutschen Jäger schossen 2 Tommies ab, während die Italiener abhauten. Der Engländer floh, und die beiden deutschen Jäger suchten die Italiener, fanden sie - und schossen sie ebenfalls ab. - Mit Recht! - ...

...Die "Cuma", ein grosser Transporter, auf dem eine Unmenge Engpassteile für das Afrikakorps verladen waren, wurde 4 Wochen in fertig beladenem Zustand im Hafen von Palermo zurückgehalten. Dann kam der Tommy, warf, und das Deck mit vielen Fahrzeugen geriet in Brand. Die Italiener auf diesem Schiff verliessen es fluchtartig. 3 deutsche Offiziere und 6 Mannschaften nahmen sofort die Löscharbeiten auf. Sie waren erfolgreich, aber 9 Leute reichten nicht aus. Nach 2 Stundne explodierte der im Zwischendeck gelagerte Brennstoff und alles - samt den 9 Deutschen - ging in die Luft.-

Ein italienischer U-Bootkommandant erklärte auf einem deutschen Offizier freiweg, er sei auf Schussnähe an englischen Schiffen gewesen und habe nicht geschossen. Begründung: "Wozu denn? Es ist ja Euer Krieg!"

Das Schmierwesen feiert Triumphe. So wurde uns folgender Fall bekannt: Ein General, dem die Transportkolonnen unterstehen, ist durch Verwandschaft zugleich Grossfuhrunternehmer, was in dem eisenbahnlosen Lybien ein einträglicher Beruf ist. Seine Kolonnen fahren nur, wenn er soundsoviel zigtausend Lire kriegt.

Bauaufträge für Kfz. werden an die Firmen gegeben, die die grössten Schmiergelder dem zuständigen General zahlen....

.... Jeder Arbeiter kann einem hier erzählen, dass 1940 Marschall Balbo Lybien an die Engländer verraten hat. Er gab den Befehl zur Räumung Tobruks. Und der stürzte nicht ab, sondern wurde auf dem Flug nach Kairo von italienischen Jägern abgeschossen! Der italienische Nationalheld.....

.... Der Angriff auf Korfu war ein echt italienisches Heldenstück. Flugzeuge warfen der griechischen Besatzung von 150 Mann Flugzettel ab, sich zu ergeben und eine weisse Fahne zu hissen, worauf die Italiener mit mehreren Kriegsschiffen und Truppentransportern erschienen und einige 1000 Mann an Land brachten. Da konnten sie die weisse Fahne nicht sehen. Schleunigst schiffte sich der ganze Haufen wieder ein und begann das Theater wieder von neuem. Diesmal klappte es mit dem weissen Fetzen und die Ita´s marschierten ein, fanden jedoch die Besatzung nicht mehr vor. Da zogen sie sich zurück, bezogen Feldstellungen und befahlen durch Flugblätter, die Waffen der Besatzung auf einen Haufen zusammenzutragen. Zur Antwort erschien ein Einwohner von Korfu: die Waffen lägen in der Stadt, die Griechen hätten sich nach Griechenland eingeschifft, worauf der Siegeszug fortgesetzt wurde.

Dies erfuhr ich von einem deutschen Pressevertreter in Rom, der mit einigen Kameraden auf dem 1. Schiff dabei war, aber der Einfachheit halber bei der 1. Landung dablieb und am Ufer Korfus - badete.